Deutscher Gewerkschaftsbund

08.02.2018

ElterngeldPlus - wie funktionierts?! Handlungsfelder für Betriebs- und Personalräte

Ein Workshop des DGB-Projektes "Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestalten!" gemeinsam mit dem DGB Hamburg

Herzlich Willkommen

DGB VFB-Projekt // Matthes

Am 1. Juli 2015 wurden ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus eingeführt. Beide Regelungen ermöglichen berufstätigen Eltern, länger und flexibler Elterngeld zu beziehen und geben ihnen mehr Spielraum, um Betreuungsphasen nach ihren Bedürfnissen und Lebensrealitäten zu gestalten. ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus sollen partnerschaftliche Vereinbarkeitslösungen unterstützen: Indem Mütter früher wieder in die Erwerbsarbeit einsteigen und Väter ihre Arbeitszeit für die Kinderbetreuung reduzieren. Damit beides funktioniert, müssen Betriebe und Verwaltungen z.B. Teilzeit möglich machen – ganz praktisch und ohne Nachteile für die Beschäftigten. Doch es braucht noch mehr für eine gute Praxis!

Betriebs- und Personalräte spielen hierbei eine große Rolle: die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern gehört zu ihren Aufgaben, wie auch die Mitbestimmung bei Arbeitszeit und Gesundheitsschutz. In unserem Workshop am 14. März 2018 haben wir gemeinsam ein Resumee gezogen. Nach einer grundlegenden Einführung in das ElterngeldPlus ging es darum, wie Eltern die neuen Regelungen nutzen. 28 % der Eltern, die Elterngeld beziehen, haben im dritten Quartal 2017 ElterngeldPlus bezogen - und die Zahlen steigen kontinuerlich. ElterngeldPlus und vor allem der Partnerschaftsbonus fördern eine partnerschaftliche Aufgabenteilung der Kinderbetreuung - und Väter, die ElterngeldPlus nutzen, gehen länger in Elternzeit und arbeiten weniger. Das ElterngeldPlus wirkt!

Workshop Vereinbarkeit

DGB VFB-Projekt // Plakat zu Nutzungsmöglichkeiten von ElterngeldPlus

Trotzdem nutzen es 72% aller Eltern nicht; unter anderem, weil Möglichkeiten in Betrieben und Verwaltungen fehlen. Flexible Arbeitszeiten, an den Beschäftigten orientierte Teilzeitmodelle, ein leichter Wechsel zwischen Teilzeit und Vollzeit, gute Vertretungsregelungen, informierte und offene Führungskräfte, ein leichter Wiedereinstieg nach der Elternzeit, Unterstützung auch für Männer, in Elternzeit zu gehen - all das (und mehr) trägt zu einem familienbewussten Betrieb / einer familienbewussten Verwaltung bei! In unserem Workshop haben wir gemeinsam mit BetriebsrätInnen und Gleichstellungsbeauftragten konkrete Ansatzpunkte für ihre Praxis erarbeitet - entlang der Themenfelder Unternehmenskultur, Arbeitszeit und Arbeitsorganisation.

Deutlich wurde:

  • Eine familienbewusster Betrieb / eine familienbewusste Verwaltung bietet konkrete Maßnahme an - und zwar mit dem Willen, dass diese umgesetzt werden und Beschäftigte sie wirklich nutzen. Wenn sich die Führungskräfte quer stellen und die Beschäftigten Nachteile befürchten müssen, sind die Angebote nur ein Feigenblatt ohne Wirkung. Familienbewusstsein gehört ins Leitbild und muss in der Unternehmenskultur verankert werden. Hierfür müssen die relevanten Akteur/innen qualifiziert werden!
  • Es brauch eine humane Personalbemessung - und gute Kommunikation. Beschäftigte gehen (beruhigter) in Elternzeit/Teilzeit, wenn sie tatsächlich ihr Arbeitsvolumen reduzieren können und die Arbeitspakete gut umorganisiert werden. Gute, im Team erarbeitete Vertretungsregelungen und klug organisierte Arbeitsabläufe helfen.
  • Arbeitszeiten müssen sich am Leben orientieren - und es muss ein Recht auf Rückkehr von Teilzeit auf Vollzeit geben. Gleitzeit und Home Office sind gute Möglichkeiten, um flexibel auf den Bedarf der Familie reagieren zu können. Wichtig sind dabei klare Vereinbarungen, verlässliche Planungsmöglichkeiten, eine korrekte Arbeitszeiterfassung und vor allem der Feierabend: Beschäftigte müssen abschalten und die Erwerbsarbeit hinter sich lassen können. Stöndige Erreichbarkeit ist Gift für Vereinbarkeit!
  • Verbindliche Regelungen durch Betriebs- und Dienstvereinbarungen sind das A und O. So kann gegen das "Nasenprinzip" vorgegangen werden und die Beschäftigten haben Rechte, auf die sie sich berufen können! Der Bedarf der Beschäftigten lässt sich z.B. durch Befragungen oder internen Workshops mit bestimmten Beschäftigtengruppen ermitteln.

Wir bleiben dran am Thema! Gerne planen wir auch mit euch und Ihnen Workshops, Vorträge und Beratungen zu Elterngeld/ElterngeldPlus. Grundlegende Informationen zu den Regelungen, Möglichkeiten für Interessenvertretungen, Eltern zu unterstützen, gemeinsame Erarbeitung erster Schritte... Wir unterstützen euch und Sie - damit Vereinbarkeit in der betrieblichen Praxis vorankommt!

 

Bildergalerie der Veranstaltung:


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