Deutscher Gewerkschaftsbund

11.10.2017

ElterngeldPlus - ein Handlungsfeld für Interessenvertretungen

Ein Workshop des DGB-Projektes "Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestalten!"

Herzlich willkommen

DGB // Projekt VFB // Bober

Am 1. Juli 2015 wurde das ElterngeldPlus eingeführt. Es ermöglicht berufstätigen Eltern, länger und flexibler Elterngeld zu beziehen und gibt ihnen mehr Spielraum, um Betreuungsphasen nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. Das ElterngeldPlus soll partnerschaftliche Vereinbarkeitslösungen unterstützen: Indem Mütter früher wieder in die Erwerbsarbeit einsteigen und Väter ihre Arbeitszeit reduzieren können.

Das ElterngeldPlus ist dabei angelegt auf Eltern, die in Teilzeit arbeiten (können). Das geht nur, wenn im Betrieb/in der Verwaltung Teilzeit möglich gemacht wird! Das bedeutet zum Beispiel, dass Mütter und Väter keine Nachteile im Karriereverlauf haben. Ebenso wichtig: gute Vertretungsregelungen,  informierte Führungskräfte, flexible Teilzeitregelungen – um nur einige Maßnahmen zu nennen. Betriebs- und Personalräte haben es in der Hand: ein familienbewusster Arbeitsplatz kann und muss gestaltet werden!

In unserem Workshop am 06. Oktober haben wir gemeinsam mit Petra Kather-Skibbe von der Beratungsstelle KOBRA ein Resumee gezogen. Nach einer grundlegenden Einführung in das ElterngeldPlus ging es darum, wie Eltern die neue Regelung nutzen. Im ersten Quartal 2017 haben 25,6 Prozent aller Elterngeldbeziehenden das ElterngeldPlus genutzt - also immerhin ein Viertel. Das ist ausbaufähig, für eine verhältnismäßig neue gesetzliche Regelung aber auch nicht schlecht. Der Partnerschaftsbonus (4 zusätzliche Monate ElterngeldPlus für beide Elternteile, wenn sie gleichzeitig zwischen 25 und 30 Stunden die Woche arbeiten) schneidet allerdings ungleich schlechter ab: nur 1,56 Prozent aller Elterngeldbeziehenden haben im ersten Quartal 2017 den Partnerschaftsbonus genutzt! Das bedeutet unter anderem: Es fehlt an Angeboten für Eltern in Betrieben und Verwaltungen - z.B. im Bereich Teilzeit, flexible Arbeitszeiten, Kinderbetreuung.

Flexible Arbeitszeiten, an den Beschäftigten orientierte Teilzeitmodelle, ein leichter Wechsel zwischen Teilzeit und Vollzeit, gute Vertretungsregelungen, informierte und offene Führungskräfte, ein leichter Wiedereinstieg nach der Elternzeit, Unterstützung auch für Männer, in Elternzeit zu gehen - all das (und mehr) trägt zu einem familienbewussten Betrieb / einer familienbewussten Verwaltung bei! In unserem Workshop haben wir gemeinsam mit BetriebsrätInnen und Gleichstellungsbeauftragten konkrete Ansatzpunkte erarbeitet. Die Ergebnisse reichten von

  • politischen Forderungen nach Arbeitszeitverkürzung
  • über die Erarbeitung von guten Vertretungsregelungen (wie der Einrichtung von Vertretungspools und dem Aufbau guter Teamkommunikation)
  • bis hin zu Ideen für Betriebsvereinbarungen zur Schulung von Führungskräften - zur Sensibilisierung gegenüber Beschäftigten mit Familienaufgaben, zur inhaltlichen Weiterbildung (z.B. zu ElterngeldPlus), aber auch, um schlicht das Angebot des eigenen Betriebs für Familien zu kennen und an die Beschäftigten vermitteln zu können.

Wichtig bei allen Ideen: sich am Bedarf der Beschäftigten orientieren, Verbündete suchen, kollektive Regelungen schaffen!

Wir bleiben dran am Thema! Gerne planen wir auch mit euch und Ihnen Workshops, Vorträge und Beratungen zu Elterngeld/ElterngeldPlus. Grundlegende Informationen zu den Regelungen, Möglichkeiten für Interessenvertretungen, Eltern zu unterstützen, gemeinsame Erarbeitung erster Schritte... Wir unterstützen euch und Sie - damit Vereinbarkeit in der betrieblichen Praxis vorankommt!

 

Bildergalerie des Workshops:


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