Deutscher Gewerkschaftsbund

24.02.2011

Tipps zur Umsetzung neuer Arbeitszeitmodelle

Argumente für den Arbeitgeber

Vereinbarkeit von Familie und Beruf lohnt sich auch wirtschaftlich. Neueste Untersuchungen zeigen, dass eine mitarbeiterorientierte Betriebskultur und das damit verbundene Engagement der Beschäftigten einen deutlichen Einfluss auf den Unternehmenserfolg haben.

Bei allen wesentlichen Zielen der Personalpolitik zeigen sich positive Ergebnisse:

  • Mitarbeiterbindung und -gewinnung, 
  • Arbeitszufriedenheit,
  • Motivation der Beschäftigten,
  • Fehlzeiten,
  • Qualifikation,
  • Kundenbindung,
  • Kostensenkung und
  • Mitarbeiterproduktivität.

Zusätzlich erreichen Betriebe und Verwaltungen mit hohem Familienbewusstsein ihre betriebswirtschaftlichen Ziele deutlich besser als nicht familienbewusste Unternehmen und Verwaltungen. Somit ist familienbewusste Personalpolitik ein wichtiger Parameter für wirtschaftlichen Erfolg (Schneider u. a. 2008).

Auch für die Präsentation nach außen bietet Familienfreundlichkeit eine höhere Attraktivität für Kunden und Bewerber/innen.


Unternehmenskultur

Eine beschäftigten- und familienorientierte Betriebskultur bietet auch für den Arbeitgeber viele Vorteile. Ein gutes Personalmanagement nimmt die Beschäftigten in ihrer Vielfalt, Verschiedenartigkeit und Ganzheit in den Blick und damit ihre unterschiedlichen Belange, Bedürfnisse und Besonderheiten. Es ist offensichtlich, dass Beschäftigte mit Fürsorgeverpflichtungen andere Interessen an Erwerbsarbeit haben als Beschäftigte ohne diese sozialen Aufgaben. Aber auch im Lebensverlauf ändern sich die Anforderungen an die Arbeit: Berufseinstieg, Familiengründung, Karriere, Berufsetablierung, Pflege und Ausstieg aus dem Erwerbsleben bezeichnen verschiedene Phasen, die eine ganz spezifische Perspektive auf das Verhältnis von Beruf und Familie bedingen.

Die aktive Beteiligung der Unternehmens- bzw. Dienststellenleitung und die Unterstützung durch die Führungsebene ist ein entscheidender Faktor bei der Umsetzung einer Kultur, die zum einen die lebensweltlichen Erfordernisse der Menschen ernst nimmt und zum anderen dabei hilft, die Verschiedenartigkeit der Beschäftigtengruppen positiv zu nutzen.
Sensibilisierung und Seminare für Führungskräfte sind ein erster Schritt in diese Richtung. Noch besser gelingt diese Aufgabe, wenn Familienfreundlichkeit als strategische Aufgabe der Unternehmensleitung ernst genommen wird. Das heißt, wenn familienbewusste Personalpolitik als Querschnittsthema betrachtet wird, das alle wichtigen Bereiche berührt und als selbstverständlicher Bereich der Führungsaufgaben (z. B. Zielvereinbarungen und Mitarbeiter/innengesprächen) betrachtet wird. Durch eine aktive Kommunikation sollen alle relevanten Informationen leicht zugänglich sein und über das Intranet bzw. Mitarbeitermagazine vermittelt werden. Eine Box mit allen wichtigen Informationen zum Thema sowie Ansprechpartner/innen und Notfallnummern kann vom Betriebs- oder Personalrat entwickelt werden und an einem zentralen Ort im Betrieb aufgestellt werden. Workshops für alle Beschäftigten können dabei helfen, für den Themenkomplex zu sensibilisieren. Wo wird immer noch in Stereotypen gedacht? Was könnten neben strukturellen vor allem symbolische Hindernisse sein? Wie können wir den Abbau dieser Hindernisse vorantreiben, damit mehr Anerkennung und Unterstützung für die Übernahme von familiärer Verantwortung besteht?

Strategien

Für die Interessenvertretung und das Management bietet die das Thema familienbewusste Arbeitszeiten strategische Schnittmengen. Es ist deshalb ein eher konfliktarmes Terrain und bietet für die Interessenvertretung Möglichkeiten, die Gestaltbarkeit und Politikfähigkeit dieser Themen für die eigenen Interessen zu nutzen. Fast überall sind auch in konservativ geführten Verwaltungen einzelne Führungskräfte zu finden, die dem Thema gegenüber positiv zugewandt sind und sich als Bündnispartner gewinnen lassen. Diese Chancen sollten genutzt werden.


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