Deutscher Gewerkschaftsbund

24.02.2011
Umsetzung in der betrieblichen Praxis

Beispiele Telearbeit

a) Telekom

Die Telekom hat die alternierende Telearbeit im Tarifvertrag geregelt (Beck 2003, CD-ROM). Die Einrichtung eines solchen Arbeitsplatzes wird auf freiwilliger Basis von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite vereinbart. Ist ein/eine MitarbeiterIn länger als sechs Monate im Betrieb beschäftigt, kann er/sie seinen/ihren Arbeitsplatz verlagern. Bei einem solchen Wechsel muss der Betriebsrat beteiligt werden. Der Arbeitgeber übernimmt die Kosten für die notwendigen Arbeitsmittel und befreit die MitarbeiterInnen von der Telefonrechnung als Ausgleich für die anderen anfallenden Kosten wie Strom oder  Heizung. Die Arbeitsmittel dürfen nur beruflich genutzt werden und ausschließlich von dem/der ArbeitnehmerIn gebraucht werden. Tarifvertraglich vereinbart soll der soziale Kontakt zwischen Betrieb und ArbeitnehmerIn gepflegt werden. Die Arbeitszeit ist individuell in Absprache mit dem Arbeitgeber gestaltbar und wird schriftlich vereinbart. Dem/der ArbeitnehmerIn obliegt die handschriftliche oder elektronische Arbeitszeiterfassung. Mehrarbeit muss beantragt werden. Die Telearbeit kann mit einer Frist von drei Monaten ohne Angabe von Gründen seitens des Arbeitgebers oder des/der Arbeitnehmenden beendet werden. Die MitarbeiterInnen haben jedoch explizit keinen Anspruch auf ihren früheren Arbeitsplatz.


b) Autohaus Newel

Ein gutes Beispiel für alternierende Telearbeit stellt Firmenchefin Frau Buhr vor. Eine ihrer MitarbeiterInnen mit Kind arbeitet an drei Tagen in der Woche von 15:00 Uhr bis 22:00 Uhr im Vertrieb und hat zusätzlich ein Home-Office, von dem aus sie Schreibarbeiten sowie Kundengespräche erledigt.
„Die Differenzierung zur Konkurrenz geht heute nur noch über den Service, d.h. nicht zuletzt durch die Begeisterung und Freundlichkeit unserer MitarbeiterInnen, mit der die Kunden an den Betrieb gebunden werden.“, so erklärt Frau Buhr ihre Motivation für die Unterstützung ihrer Angestellten bei der Vereinbarung von Familie und Beruf. (BMFSFJ 2004, S. 22)


c) Condat

Die alternierende Telearbeit ist in diesem mittelständischen Unternehmen der IT-Branche mittlerweile eine übliche Arbeitsform, die allen Beschäftigten zur Verfügung steht. Zeitweise am Laptop zuhause zu arbeiten, wird als selbstverständlich angesehen. Die MitarbeiterInnen geben an, dass diese Möglichkeit sehr zum Gelingen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf beiträgt. (BMFSFJ 2003, S. 25)
Job-Sharing
Job-Sharing ermöglicht es Beschäftigten, Teilzeitarbeit an allen Arbeitsplätzen zu verrichten, auch an solchen, die ganztätig besetzt sein müssen. Entweder teilen sich zwei Kolleg/innen einen Arbeitsplatz oder drei Beschäftigte teilen sich zwei Arbeitsplätze untereinander auf. Wichtig ist die gegenseitige Abstimmung der Arbeitszeiten. [hier weiterlesen …] Traditionell wird eine Vollzeitstelle auf je eine Halbzeitstelle am Vor- und Nachmittag verteilt. Es gibt jedoch darüber hinaus sehr flexible bedarfsorientierte Formen der Aufteilung, etwa eine wechselnde Tages- Halbwochen- oder Wochenaufteilung. Zur Koordinierung und Absprache der Kollegen/innen wird zumeist ein unterschiedlicher Überschneidungszeitraum vereinbart. Die Job-Sharing-Partner/innen erhalten getrennte Arbeitsverträge.
Laut den Ergebnissen der Befragung „Erwartungen an einen familienfreundlichen Betrieb“ dient die Festlegung der Arbeitszeit im Team zu einer gelingenden Vereinbarkeit von Familie und Beruf. 82% der Befragten gaben an, dass die Arbeit im Team es ihnen ermöglicht, entsprechend ihrer familiären Verpflichtungen gelegentlich später zu kommen, früher zu gehen oder ihre Arbeit zeitlich flexibel zu erledigen.


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