Deutscher Gewerkschaftsbund

RAG Montan Immobilien GmbH

Die MitarbeiterInnen der RAG Montan Immobilien GmbH müssen viel unterwegs sein. Der Betriebsrat hat dafür gesorgt, dass passgenaue Bausteine und Instrumente entwickelt wurden, damit die Familien der Beschäftigten nicht zu kurz kommen.

Frau mit Tarifvertrag

DGB/Simone M. Neumann

Auf Flächen, wo früher Fabriken standen, entwickelt die RAG Montan Immobilien GmbH Wind- und Solarparks, Wohn- und Gewerberäume oder Naherholungsgebiete. Weil das Unternehmen verschiedene Standorte hat und seinen Kunden einen vollen Service bietet, müssen die Beschäftigten viel reisen oder haben oft lange Anfahrtswege. Durch die Einführung von Telearbeit und eines Stundenkontingents für mobile Arbeit konnten die Arbeitsbedingungen familienfreundlicher gestaltet werden.

Die RAG Immobilien GmbH hat seit längerem einen Firmentarifvertrag und zahlreiche Betriebsvereinbarungen zu Arbeitszeit, Langzeitkonten und zum betrieblichen Eingliederungsmanagement. Deshalb darf sich das Unternehmen auch mit dem Zertifikat „familienbewusster Arbeitgeber“ schmücken. Auf Initiative des Betriebsrats nahm die Firma das Beratungsangebot des DGB-Projektes „Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestalten!“ wahr, um den eigenen Instrumentenkasten noch besser auszustatten.

Mann (von hinten aufgenommen) mit Tablet- und Laptop-Computer

Colourbox.de

Zunächst machte die Steuerungsgruppe eine Bestandsaufnahme und Problemanalyse. Sie befragte verschiedene Gruppen in der Belegschaft, und dabei kristallisierte sich heraus, dass vor allem die Lage der Schichtbeschäftigten verbesserungswürdig war; fast ein Fünftel der Belegschaft arbeitet im gewerblichen Bereich. Daraus erwuchs der Plan: Auch diese KollegInnen sollten künftig von der Arbeitszeitflexibilisierung profitieren können, die die Angestellten schon länger nutzten. Auch die technischen Möglichkeiten von Telearbeit in diesem Bereich wurden ausgelotet.

Einen weiteren Fokus legte die Arbeitsgruppe im Beratungsprozess darauf, Fahrtzeiten zu vermeiden und mobiles Arbeiten von zu Hause oder unterwegs für alle einzuführen. Dabei diskutierten die Beteiligten die Vor- und Nachteile und legten schließlich das anzustrebende Stundenkontingent für Mobilarbeit auf maximal 16 Stunden fest.

Auch das Thema Telearbeit stand auf der Tagesordnung. Hier ging es zum einen darum, eine für alle unkomplizierte Regelung zu erarbeiten. Zum anderen sollten aber auch Bremsen eingebaut werden gegen die Erwartungshaltung von Vorgesetzten, dass zu Hause aufgestellte Computer gleichzusetzen seien mit einer permanenten Verfügbarkeit des Angestellten. Die Beteiligten diskutierten offen, wie Gruppenleiter für diese Fragen zu sensibilisieren und Abstimmungsprozesse im Team am besten zu organisieren sind. Um die gefundenen Lösungen zu testen, gab es eine Pilotphase mit anschließender Evaluierung. Im Folgejahr erarbeiteten Betriebsrat und Unternehmensleitung dann eine Betriebsvereinbarung „Mobiles Arbeiten“.


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