Deutscher Gewerkschaftsbund

Betriebsrat und Personalrat: gemeinsam ziemlich viel bewegen!

Betriebs- und Personalräte sind stark, wenn ihre Mitglieder sich wertschätzen, kooperieren und die Arbeit gut teilen.  

Wie sehr hatte sie sich gefreut, als die Wahlergebnisse am schwarzen Brett hingen: ihr Name an dritter Stelle! Die erste Betriebsratssitzung wirkte dann wie eine kalte Dusche. Die Lage des Unternehmens sei schwierig, die Neuen sollten erst mal zuhören, verlangte der langjährige Vorsitzende. Ein paar Monate später dann der offene Streit. Sie hatte sich beschwert, dass der Vorsitzende Informationen nicht weiterleitet. Außerdem schlug sie vor, flexiblere Arbeitszeiten für Eltern in die neue Betriebsvereinbarung aufzunehmen. Der Vorsitzende kanzelte das als „soziales Gedöns“ ab – und jetzt brennt die Luft.

  • „Gemeinsam stark“ lautet das Ideal. Wenn es nicht klappt, suchen viele die Schuld bei den anderen.
  • Ob Personalräte oder Betriebsräte: sie haben laufend mit neuen Themen zu tun und müssen viele Projekte gleichzeitig managen. Das will gelernt sein.
  • Bei jedem Streit über Sachthemen und Arbeitsverteilung geht es auch um Interessen und Gefühle. Doch die sind oft versteckt - und so knirscht es.
  • Der Betriebsrat klemmt oftmals in einer Sandwich-Position zwischen den Erwartungen der Belegschaft und denen der Geschäftsführung. Das stresst.
  • Platzhirsche glauben am besten zu wissen, wo es langgeht und fühlen sich unersetzlich – Mitlaufende lassen sie gewähren und scheuen die Verantwortung. So lässt sich die Arbeit nicht gut aufteilen.
  • Stundenlange Sitzungen, immer redet nur einer: das vergrault viele.
  • Auch eine hochmotivierte Interessensvertretung kann sich im Klein-Klein verheddern und die Ziele aus den Augen verlieren.
Wenn es im Gremium hakt, hat das oft mit mangelnder Kommunikation oder Überforderung zu tun. Was es braucht, damit es rund läuft:
  • Menschen haben unterschiedliche Fähigkeiten – und das ist gut so. Gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung sind das A und O einer guten Zusammenarbeit. 
  • Kluge Gremien wissen: Geschlechts- und altersgemischte Gruppen haben oft die besseren Ideen und sind attraktiv für alle.
  • Erfahrung wächst durchs Teilen: Erfolge und Irrwege transparent machen.
  • Streit ist produktiv, wenn Widerstände sichtbar werden. Danach können alle gemeinsam nach tragfähigen Lösungen suchen.
  • Gemeinsam ist besser als allein: es gibt hilfreiche Methoden, wie sich Verantwortung teilen lässt und alle zu Wort kommen.