Deutscher Gewerkschaftsbund

Wenige Betriebe beziehen die Lebensphasen ihrer Beschäftigten mit ein.  

Beim Betriebsausflug wurde es persönlich: Die Auszubildende erzählte von ihrem Kinderwunsch – nicht jetzt, sondern in fünf oder sechs Jahren. Eine Mutter berichtete, wie erschöpft sie oft sei. Doch Teilzeit ist ein Karrierekiller, warnte sie die junge Kollegin. Arbeitszeitkonten fürs ganze Leben wären super, sinnierten die beiden. Auf deiner To-do-Liste steht jetzt: Gründliche Recherche - und dann als Thema auf der nächsten Betriebsversammlung einbringen.

  • Als Normalarbeitsverhältnis gilt immer noch die Vollzeitstelle – am besten ohne Unterbrechung bis zur Rente. Das passt selten zum realen Leben. Insbesondere Frauen, die den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit leisten, spüren die Benachteiligung.
  • Der Großteil der Mütter geht auf Teilzeit – und damit brechen entscheidende Sprossen auf ihrer Karriereleiter. Viele klemmen im traditionellen Rollenkorsett fest und bekommen später auch noch wenig Rente.
  • Erwerbsbiografien werden kurviger und bunter – und damit die Vielfalt der Bedürfnisse. Da hinkt die betriebliche Realität oft hinterher.
  • Junge Eltern stehen stark unter Druck: Wichtige Weichen fürs Berufs- und Privatleben werden in dieser Lebensphase gestellt. Der Spagat ist vorprogrammiert.
Was es braucht, damit Arbeitszeiten zu den Lebensphasen passen:
  • Bei Arbeitszeiten redet die Interessenvertretung mit!
  • Rausfinden, was die Belegschaft braucht und wünscht und welche Möglichkeiten zu den Bedingungen passen.
  • In altersgemischten Teams lassen sich unterschiedliche Bedarfe oft gut ergänzen.
  • Gleitzeitregelungen verringern Stress und erleichtern die Vereinbarkeit.
  • Mit Langzeitarbeitskonten können Beschäftigte entscheiden, wann sie mehr und wann sie weniger arbeiten.
  • Teilzeit muss auch für Männer und in allen Hierarchie- und Altersstufen möglich und die Rückkehr auf Vollzeit darf kein Problem sein.
  • Jobsharing und das Recht auf unbezahlte Freistellung: Wenn das auch in der Chefetage normal ist, ist der Betrieb gut aufgestellt.
so kann es gehen

Dass Menschen in verschiedenen Lebensphasen unterschiedliche Bedürfnisse haben, ist klar. Betriebliche Lösungen dafür zu finden ist nicht banal. Wir haben Erfahrung, wie es geht. Gemeinsam können wir herausfinden, welche Schritte und Ziele für euch sinnvoll sind. Unsere Prozessbegleitung ist kostenlos.

  • Worum geht es?

    Die Arbeit wird immer belastender.

    worum geht es?

    Ideenmanufaktur

  • Was braucht ihr?

    Wir finden es gemeinsam heraus, zum Beispiel...

    was braucht ihr?

    Ideenmanufaktur

  • Was können wir tun?

    Veränderungen einleiten, die für euch passen.

    was können wir tun?

    Ideenmanufaktur

Beispiele aus unserer Praxis

In unseren Beratungen erarbeiten wir gemeinsam mit Betriebs- und Personalrät/innen und ihren Kolleg/innen ganz konkrete Lösungen und Vereinbarungen. Hier findet ihr Beispiele, wie es gehen kann:

Ar­beits­zei­ten, die ent­las­ten

Im Berliner Technikmuseum hat der Betriebsrat herausgefunden: Gelegentliche Verschiebung von Arbeitsbeginn und -ende nützen Familien am meisten.

Unsplash/ chuttersnap
Wer Fach­kräf­te ge­win­nen will, muss was bie­ten

Familienfreundlichkeit ist ein weites Feld. Deshalb wurde am Chemiestandort Leuna ein Servicebüro für rund 10.000 Beschäftigte eingerichtet.

Unsplash/ absolutvision
Ge­mein­sam mit Be­schäf­tig­ten gu­te Lö­sun­gen fin­den

Der Betriebsrat der Mittelweser Klinik Nienburg weiß es schon lange, jetzt haben es auch Geschäftsführung und Kommunalpolitik verstanden: Mit Familienfreundlichkeit lässt sich Personal binden.

Unsplash/ volodymyr hryshche
Pfle­ge ist schwer plan­bar

Eine Dienstvereinbarung der Kreisverwaltung Soest ermöglicht rasches Reagieren, um die verschiedenen Bedarfe von pflegenden Angehörigen zu decken.

Unsplash/ zhang kaiyv

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