Deutscher Gewerkschaftsbund

In manchen Branchen muss rund um die Uhr gearbeitet werden. Das darf weder das Sozialleben noch die Gesundheit der Beschäftigten ruinieren.  

Sie gehört zu den Dienstältesten, hat nachts gearbeitet und tagsüber ihre Kinder großgezogen. „Ich bin eine Eule, Schichtarbeit macht mir nichts aus“, hat sie immer gesagt. Vor zwei Jahren begannen ihre Magen- und Verdauungsbeschwerden. Nur selten ließ sie sich krank schreiben: Sie wollte nicht, dass die anderen deswegen mehr rennen mussten. Jetzt ist sicher, dass sie für lange Zeit ausfällt. So etwas darf nicht nochmal passieren.

  • Die Belastungen durch Nachtarbeit zeigen sich oft erst Jahre später. 
  • Der frühe Morgen, der späte Nachmittag und die Wochenenden sind für Eltern besonders wichtig – im Schichtdienst sind das häufig Arbeitszeiten.
  • Privatleben und Familie sind mühsam auf den Schichtplan abgestimmt. Kurzfristige Änderungen bringen das austarierte Konstrukt schnell ins Wanken.
  • Auch das Sozialleben leidet unter wechselnden Arbeitszeiten, weil Chorproben, Sport und Volkshochschulkurse feste Termine haben.
  • Rand- und Nachtschichten sind oft dünn besetzt. Fällt jemand aus, gibt es schnell Stress.
Was es braucht, damit Schichtarbeit so wenig wie möglich belastet:
  • Die Vorhersehbarkeit von Einsätzen, freien Abenden und Wochenenden sind das A & O für die Vereinbarkeit von Schichtarbeit mit dem Privatleben. 
  • Hilfreich sind Wahlmöglichkeiten sowie variable Anfangs- und Endzeiten.
  • Flexibilität für Beschäftigte durch Tauschbörse, Schichtdudle, teamübergreifende Vertretungen, Gleitzeiten, und, und, und...
  • Der Arbeitgeber muss so planen, dass möglichst nie jemand aus dem „Frei“ geholt wird – und wenn, dann wird es teuer für den Betrieb.
  • Auch für die belastenden Nachtstunden sollte es einen Springerpool geben.
  • Maximal drei Nachtschichten hintereinander – so die Empfehlung der Arbeitswissenschaft. Früh-Spät-Nacht ist besser als umgekehrt.
so kann es gehen

Schichtarbeit so zu gestalten, dass die Kolleg/innen auf Dauer gesund bleiben und ihr Privatleben nicht leidet, ist tricky. Aber es gibt viele gute Beispiele. Zugleich ist klar, dass Bedarf und Möglichkeiten in jedem Betrieb unterschiedlich sind. Wir helfen euch, euren eigenen Weg zu einem passenden Schichtsystem zu finden. Unsere Begleitung ist kostenlos.

  • Worum geht es?

    Die Arbeit wird immer belastender.

    worum geht es?

    Ideenmanufaktur

  • Was braucht ihr?

    Wir finden es gemeinsam heraus, zum Beispiel...

    was braucht ihr?

    Ideenmanufaktur

  • Was können wir tun?

    Veränderungen einleiten, die für euch passen.

    was können wir tun?

    Ideenmanufaktur

Beispiele aus unserer Praxis

In unseren Beratungen erarbeiten wir gemeinsam mit Betriebs- und Personalrät/innen und ihren Kolleg/innen ganz konkrete Lösungen und Vereinbarungen. Hier findet ihr Beispiele, wie es gehen kann:

Ar­beits­zei­ten, die ent­las­ten

Im Berliner Technikmuseum hat der Betriebsrat herausgefunden: Gelegentliche Verschiebung von Arbeitsbeginn und -ende nützen Familien am meisten.

Unsplash/ chuttersnap
Nacht­schich­ten und Fa­mi­lie – wie kann das bes­ser ge­hen?

In der Einsatzleitstelle der Polizeidirektion Osnabrück fängt der Frühdienst für manche später an - es gibt Extraschichten, die zeitversetzt zu den üblichen Arbeitsstunden liegen. Davon profitieren vor allem Familien!

Unsplash/ JC Gellidon
Ge­mein­sam mit Be­schäf­tig­ten gu­te Lö­sun­gen fin­den

Der Betriebsrat der Mittelweser Klinik Nienburg weiß es schon lange, jetzt haben es auch Geschäftsführung und Kommunalpolitik verstanden: Mit Familienfreundlichkeit lässt sich Personal binden.

Unsplash/ volodymyr hryshche
Be­glei­tung bei der Su­che nach gu­ten be­trieb­li­chen Lö­sun­gen

Wir kennen Instrumente und Wege, um Unternehmen und Verwaltung vereinbarkeitsfreundlich zu machen. Hier erfahrt ihr mehr darüber, wie das funktioniert.

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