Deutscher Gewerkschaftsbund

Elterngeld? Elternzeit? Infos zu aktuellen Regelungen sowie Neuerungen

Elterngeld, ElterngeldPlus, Elternzeit und Partnerschaftsbonus: Etablierte Regelungen, die Eltern unterstützen. Den Durchblick kriegen ist aber gar nicht so einfach. Was sind die aktuellen Corona-Sonderregeln? Und was beinhaltet die Reform im September 2021? Betriebs- und Personalräte können sich informieren und so auch ihre Kolleg/innen unterstützen. Hier gibt es aktuelle Infos. Wenn ihr mehr braucht - meldet euch! Wir helfen bei Fragen, geben Workshops für Interessenvertretungen zum Thema oder bereiten die Regelungen für eure Kolleg/innen auf.

Vater mit Kind

Elterngeld? Elternzeit? ElterngeldPlus? Wie funktioniert das alles?

Wenn Beschäftigte Eltern werden, haben sie ein Recht auf Elterngeld und Elternzeit. So können sie Zeit mit ihrem Kind / ihren Kindern verbringen, sie betreuen und erziehen. Elternzeit bedeutet: gesetzlich zugesicherte Auszeit vom Job - ganz oder in Teilzeit. Bis zu drei Jahre pro Elternteil. Und Elterngeld ist eine Lohnersatzleistung, das bedeutet, es gibt bis zu 14 Monate (mit ElterngeldPlus auch länger) trotzdem Geld; und zwar einen bestimmten Prozentsatz vom Nettogehalt.

 

Wie das alles genau funktioniert, könnt ihr in unserer Broschüre zum Thema nachlesen:

 

Wenn ihr mehr Infos braucht, spezielle Fragen habt oder uns für einen Vortrag zu euch einladen möchtet: Meldet euch bei uns! Oder ihr schaut mal bei unseren Kolleginnen von "Was verdient die Frau?" vorbei - im Juni 2020 hat unsere Elterngeld-Expertin Meret Matthes dort einen Vortrag gehalten. In der Seminar-Doku gibt es ausführliche und konkrete Infos und Tipps zu Elterngeld und Elternzeit.

Wenn ihr Infos sucht zu den aktuellen Änderungen bei Elterngeld und Elternzeit in Sachen Corona oder der Reform 2021 - einfach weiterlesen!

 

Temporäre Anpassungen während Corona

Die Corona-Krise bringt für viele Beschäftigte Unsicherheiten und materielle Probleme mit sich. Besonders Kolleg/innen mit Kindern stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Einige arbeiten in systemrelevanten Berufen und müssen trotz Elternzeit mehr arbeiten als vorgesehen. Andere waren/sind freigestellt oder in Kurzarbeit und haben Sorge, dass sich das auf einen späteren Elterngeldbezug auswirkt. Hier hat das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) reagiert und temporäre Anpassungen für das Elterngeld verabschiedet. Die coronabedingten Änderungen gelten rückwirkend ab dem 01.März 2020 und sind vorerst bis zum 31. Dezember 2021 begrenzt.

 

Das Gesetz regelt drei Bereiche:

  • Eltern, die in systemrelevanten Branchen und Berufen arbeiten, können ihre Elterngeldmonate verschieben. Sie können diese auch nach dem 14. Lebensmonat ihres Kindes nehmen, wenn die Situation gemeistert ist, spätestens bis zum Juni 2021. Die später genommenen Monate verringern bei einem weiteren Kind nicht die Höhe des Elterngeldes. Wer unsicher ist, ob seine*ihre Tätigkeit systemrelevant ist: einfach bei der Elterngeldstelle nachfragen!
  • Der Partnerschaftsbonus, der die parallele Teilzeit der Eltern fördert, entfällt nicht und muss auch nicht zurückgezahlt werden, wenn Eltern aufgrund der Covid-19-Pandemie mehr oder weniger arbeiten als geplant.
  • Einkommensersatzleistungen wie beispielsweise Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld I reduzieren das Elterngeld nicht. Dies betrifft Eltern, die bislang in Teilzeit arbeiten und Elterngeld beziehen. Monate mit geringerem Einkommen können von der Elterngeldberechnung ausgenommen werden. Dies betrifft werdende Eltern, die durch die Covid-19-Pandemie Einkommensverluste haben, weil sie in Kurzarbeit arbeiten oder freigestellt sind.

Mehr Informationen findet ihr beim Bundesfamilienministerium.

 

Neue Regelungen für Elterngeld und Elternzeit ab September 2021

Der Bundestag hat am 29. Januar 2021 die zweite Gesetzesreform des Bundesfamilienministeriums zum Elterngeld beschlossen. Damit wurden auch Anregungen und Forderungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes und seiner Mitgliedgewerkschaften aufgenommen. Das Elterngeld wird z.B. etwas flexibler, partnerschaftlicher und einfacher – durch mehr Teilzeitmöglichkeiten, weniger Bürokratie und mehr Elterngeld für Frühchen. Die Regelungen sollen zum 1. September 2021 in Kraft treten.

 

Das wird die Reform unter anderem beinhalten:

  • Erweiterter Teilzeitkorridor: Für Eltern in Teilzeit enthält das Gesetz Verbesserungen: Die zulässige Arbeitszeit während des Elterngeldbezugs und der Elternzeit wird von 30 auf 32 Wochenstunden angehoben. Auch der Partnerschaftsbonus, der die parallele Teilzeit beider Eltern unterstützt, kann künftig mit 24 - 32 Wochenstunden (statt mit bisher 25 - 30 Wochenstunden) bezogen werden. Zudem wird der Partnerschaftsbonus flexibler und Eltern sollen nur im Ausnahmefall nachträglich Nachweise über ihre Arbeitszeit erbringen. Das erspart Eltern, Elterngeldstellen und Betrieben Bürokratie.
  • Erhalt der Höhe des Elterngeldes bei Bezug von Lohnersatzleistungen wie Kurzarbeitergeld: Zusätzlich wird nun auch sichergestellt, dass sich die Höhe des Elterngeldes für teilzeitarbeitende Eltern nicht verändert, wenn sie Einkommensersatzleistungen beziehen, wie zum Beispiel Kurzarbeitergeld oder Krankengeld. Bisher hat sich dadurch die Höhe des Elterngeldes reduziert.
  • Mehr Elterngeld für besonders Frühgeborene: Wird ein Kind mindestens sechs Wochen vor dem errechneten Termin geboren, erhalten die Eltern einen zusätzlichen Monat Elterngeld. Das sah schon der Regierungsentwurf vor. Neu ist: Wird das Kind acht Wochen zu früh geboren, gibt es zwei zusätzliche Elterngeldmonate, bei 12 Wochen drei und bei 16 Wochen vier. So erhalten Eltern die Zeit, Ruhe und Sicherheit, die sie in ihrer besonderen Situation brauchen.

Mehr Informationen gibt es auch hier beim Bundesfamilienministerium.

Hier gibt es die Stellungnahme des DGB zur Reform des Bundeselternzeit- und Elterngeldgesetzes.

 

 

Hand in Hand

Zusammen erreichen wir mehr!

Wollt ihr euch zu Elterngeld und Elternzeit weiterbilden? Unsere Broschüre und das dazugehörige Plakat in Printversion bestellen? Unseren Input zu eurer Betriebs- oder Dienstvereinbarung? Oder einfach gemeinsam überlegen, wie wir euch unterstützen können?

Dann meldet euch bei uns: unter 030/21240-521 oder vereinbarkeit@dgb.de .

 

 

***Aktualisiert am 10.02.2021***

Alle Angaben in diesem Text wurden sorgfältig zusammengestellt und geprüft. Trotzdem können wir keine Haftung für Vollständigkeit oder Richtigkeit übernehmen. Der Ratgeber kann im Zweifel keine Rechtsberatung ersetzen, für die bei Bedarf eine Gewerkschaft oder ein/e Jurist/in zurate gezogen werden sollte.


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