Deutscher Gewerkschaftsbund

23.11.2020
Kinderzuschlag, Unterhaltsvorschuss und Co.

Mehr Geld für Familien: Finanzielle Familienleistungen auf einen Blick

Mit deinem Geld kommst du gerade so über die Runden? Du möchtest deinen Kindern eigentlich gerne mehr ermöglichen? Noch zu wenige kennen die vielen staatlichen Leistungen für Familien, die ihnen zustehen. Wir geben dir hier eine Übersicht über deine Möglichkeiten und Rechte. Nutze sie!

 

Staatliche Familienleistungen: Kinderzuschlag (KiZ)

Vater bindet kleiner Tochter die Schuhe zu

 

Dein Einkommen reicht, um für dich selbst zu sorgen, aber nicht für den Lebensunterhalt der gesamten Familie? Dann könnte der Kinderzuschlag (KiZ) etwas für dich sein! Er beträgt bis zu 185 Euro pro Kind und Monat und wird für sechs Monate bewilligt. Nach den sechs Monaten kannst du einen neuen Antrag stellen.

 

 

 

 

  • Wer hat Anspruch auf den Kinderzuschlag?

    Unter folgenden Bedingungen kannst du den Kinderzuschlag beantragen:

    • Du lebst mit deinen Kindern in einem gemeinsamen Haushalt, beziehst für sie Kindergeld und deine Kinder sind maximal 25 Jahre alt.
    • Bist du alleinerziehend, muss dein Einkommen mindestens 600 Euro brutto betragen. Lebt ihr als Paar zusammen dann müsst ihr insgesamt mindestens 900 Euro brutto verdienen.
    • Du darfst keine Grundsicherung für Arbeitssuchende (Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld) erhalten.

Prüfe jetzt deinen Anspruch mit dem KiZ-Lotsen der Familienkasse und stelle dann direkt deinen Antrag: www.KiZ-digital.de

Weitere Infos haben wir hier für dich zusammengestellt.

Staatliche Familienleistungen: Leistungen für Bildung und Teilhabe

Schulmaterial: ein Ranzen, Sportschuhe, Taschenrechner, Stifte, ein Heft

Was wird übernommen bzw. bezuschusst?

  • Zuschuss für Schulmaterialien: 150 Euro pro Schuljahr
  • 15 Euro pro Kind und Monat für soziale und kulturelle Aktivitäten (z.B. Sportvereine oder Musikschulen)
  • Kosten für ein-­ und mehrtägige Ausflüge mit der Kita oder Schule (z.B. eine Klassenfahrt)
  • Kosten für die Fahrt zur Schule
  • Lernförderung/ Nachhilfe
  • Kostenloses Mittagessen in Kita oder Schule

 

 

  • Wer hat Anspruch auf Leistungen für Bildung und Teilhabe?

    Du kannst für deine Kinder Leistungen für Bildung und Teilhabe erhalten, wenn ihr in einem gemeinsamen Haushalt wohnt und du oder deine Kinder eine der folgenden staatlichen Leistungen beziehen:

    • Notfall-Kinderzuschlag/ Kinderzuschlag
    • Arbeitslosengeld II ("Hartz IV")
    • Sozialgeld
    • Sozialhilfe: Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung
    • Wohngeld
    • Asylbewerber/innen-Leistungen

    Leistungen für Bildung werden für Schüler/innen bis zum vollendeten 25. Lebensjahr gezahlt, sofern sie eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen und keine Ausbildungsvergütung erhalten.
    Leistungen für Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft erhalten alle hilfebedürftigen Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.

Da sich die Beantragung der Leistungen für Bildung und Teilhabe von Bundesland zu Bundesland unterscheidet, haben wir die Informationen für dich nach Ländern sortiert. Erkundige dich am besten direkt bei deiner Stadt oder Gemeinde.

 

  • Baden-Württemberg

    Wohnst du in einer Stadt, dann wende dich an die Stadtverwaltung.

    Wenn du in einem Landkreis wohnst, dann hilft dir dein Landratsamt weiter. In einigen Landkreisen nehmen auch Stadtverwaltungen diese Aufgaben wahr.

    Die Ansprechpartner/in in Stadtverwaltung oder Landratsamt kannst du im Serviceportal Baden-Württemberg recherchieren. Dort kannst du auch nachschauen, ob ein Online-Antrag möglich ist.

  • Bayern

    Laut dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales sind die Jobcenter sowie die Städte für die Auszahlung der Leistungen für Bildung und Teilhabe zuständig. Wende dich also am besten an das Jobcenter. Eine kurze Internetrecherche mit "Leistungen für Bildung und Teilhabe" plus deiner Stadt bzw. deinem Landkreis sollte dir auch beim Finden der zuständigen Stelle weiterhelfen.

  • Berlin

    Je nachdem, welche Leistungen deinen Anspruch auf das Bildungspaket begründen, musst du dich an unterschiedliche Stellen wenden:

    • Empfängerinnen und Empfänger von Sozialhilfe oder Erwerbsunfähige mit geringem Einkommen: Amt für Soziales
    • Empfängerinnen und Empfänger von Wohngeld bzw. Kindergeldzuschlag: Amt für Bürgerdienste
    • Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld bzw. Erwerbsfähige mit geringem Einkommen: Jobcenter
    • Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz: Zentrale Leistungsstelle für Asylbewerber und Ämter für Soziales

    Alle, die Anspruch auf Leistungen für Bildung und Teilhabe haben, erhalten einen BerlinPass BuT. Die Ausgabe des BerlinPass BuT kann je nach Bezirk unterschiedlich geregelt sein. Bitte informiere dich bei deiner zuständigen Stelle. Eine Liste der Behörden findest du im Berliner Service-Portal.

    Merkblätter und Anträge stehen online zur Verfügung. Manchmal müssen die Leistungen nicht extra beantragt werden, sondern nur Nachweise eingereicht werden, um die Leistungen zu erhalten.

  • Brandenburg

    Laut dem Ratgeber für Familien des Landes Brandenburg sind die Jobcenter sowie die Sozialämter für die Auszahlung der Leistungen für Bildung und Teilhabe zuständig. Wende dich also am besten an diese Stellen. Eine kurze Internetrecherche mit "Leistungen für Bildung und Teilhabe" plus deiner Stadt bzw. deinem Landkreis sollte dir auch beim Finden der zuständigen Stelle weiterhelfen. Manche Städte bieten Online-Formulare an.

    Das Land Brandenburg bietet außerdem für 4 Euro einen Familienpass an, mit dem du Rabatt für zahlreiche Ausflugsziele in Berlin und Brandenburg erhältst.

  • Bremen

    In Bremen sind die Jobcenter bzw. die Ämter für Soziale Dienste für die Leistungen für Bildung und Teilhabe zuständig.

    Personen, die Arbeitslosengeld II (Hartz IV) und Sozialgeld oder Sozialhilfe und Grundsicherung bei Erwerbsminderung oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, können für Kinder und Jugendliche automatisch Leistungen für Bildung und Teilhabe erhalten. Jugendliche und junge Erwachsene ab 16 Jahre müssen dazu den Schulbesuch nachweisen.

    Familien, die Wohngeld oder den Kinderzuschlag beziehen, müssen beim Amt für Soziale Dienst entsprechende Nachweise vorlegen, um Leistungen für Bildung und Teilhabe zu erhalten.

    Für die Inanspruchnahme der Leistungen für Bildung und Teilhabe wird dem/ der Berechtigten ein "Bremen-Pass" ausgehändigt. Sofern ein schriftlicher Antrag auf dem Postweg erfolgt, wird der Bremen-Pass übersandt.

    Einen Überblick über die zuständigen Ämter erhältst du hier.

  • Hamburg

    Allgemeine Informationen zu den Leistungen für Bildung und Teilhabe stellt die Stadt Hamburg zur Verfügung.

    • Für Familien, die leistungsberechtigt nach dem Sozialgesetzbuch II sind, d.h. Erwerbsfähige und ihre Familien ist das Jobcenter zuständig.
    • Für Familien, die leistungsberechtigt nach dem Sozialgesetzbuch XII, d.h. Rentner, Erwerbsgeminderte oder nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sind sowie für Wohngeld- oder Kinderzuschlagsberechtigte ist das Fachamt Grundsicherung beziehungsweise das Soziale Dienstleistungszentrum in deinem Bezirk zuständig. Die richtige Ansprechperson findest du hier.

    Um Leistungen für Bildung und Teilhabe zu beantragen, kannst du auf Online-Formulare zurückgreifen.

    Zusätzlich bietet das Hamburger Bildungspaket noch weitere Leistungen an, wie beispielsweise sechs Wochen kostenfreie Ferienbetreuung pro Schuljahr für Vorschul- und Schulkinder bis 14 Jahre. Weitere Informationen findest du hier.

  • Hessen

    Zuständig für die Leistungen für Bildung und Teilhabe sind nach Wohnort bei Berechtigung aufgrund:

    • Arbeitslosengeld II bzw. Sozialgeld nach SGB II in der Regel das örtliche Jobcenter
    • Kinderzuschlag oder Wohngeld die Kreisfreie Stadt bzw. der Landkreis
    • Sozialhilfe nach SGB XII die Kreisfreie Stadt bzw. der Landkreis als Sozialhilfeträger
    • Asylbewerberleistungen nach AsylbLG die Kreisfreie Stadt bzw. der Landkreis.

    Eine Liste der örtlich zuständigen Stellen erhältst du im Internetauftritt des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration.

  • Mecklenburg-Vorpommern

    Laut dem Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung liegt die Auszahlung der Leistungen für Bildung und Teilhabe in der Verantwortung der Landkreise und kreisfreien Städte.

    Bitte erfrage in deinem Rathaus oder Bürgeramt bzw. im Jobcenter die zuständige Ansprechperson für die Leistungen aus dem Bildungspaket. Eine kurze Internetrecherche mit "Leistungen für Bildung und Teilhabe" plus deiner Stadt bzw. deinem Landkreis sollte dir auch beim Finden der zuständigen Stelle weiterhelfen.

    Beim Landkreis Vorpommern-Greifwald können zudem Flyer zum Bildungspaket in arabisch, polnisch, englisch und russisch abgerufen werden.

  • Niedersachsen

    Laut Serviceportal Niedersachsen müssen die Leistungen für Bildung und Teilhabe grundsätzlich beantragt werden.

    Es ist – mit Ausnahme der außerschulischen Lernförderung - keine gesonderte Antragstellung in den Bereichen des SGB II, SGB XII und AsylbLG erforderlich, aber informiere dich bitte im Vorfeld über mögliche Zuschüsse bei der örtlich zuständigen Stelle. Für den Bereich des Bundeskindergeldgesetzes ist immer ein gesonderter Antrag erforderlich.

    Die Zuständigkeit liegt beim Landkreis oder der kreisfreien Stadt. Die Zuständigkeit bei einer Hilfebedürftigkeit nach SGB II und dem Bundeskindergeldgesetz liegt beim örtlichen Jobcenter. Eine kurze Internetrecherche mit "Leistungen für Bildung und Teilhabe" plus deiner Stadt bzw. deinem Landkreis sollte dir auch beim Finden der zuständigen Stelle weiterhelfen.

  • Nordrhein-Westfalen

    Laut dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales sollen die Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets Kindern möglichst schnell, unbürokratisch und auf direktem Wege zu Gute kommen. Deshalb ist es wichtig, dass du die Leistungen rechtzeitig beantragst. Hierzu wendest du dich bitte an dein Jobcenter bzw. an die Verwaltung deiner Stadt oder deines Landkreises. Eine kurze Internetrecherche mit "Leistungen für Bildung und Teilhabe" plus deiner Stadt bzw. deinem Landkreis sollte dir auch beim Finden der zuständigen Stelle weiterhelfen.

  • Rheinland-Pfalz

    Wenn du Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld erhältst, wendest du dich in der Regel an das Jobcenter.

    Für Familien, die Sozialhilfe, Wohngeld oder den Kinderzuschlag erhalten, ist die zuständige Kreisverwaltung oder die Verwaltung der kreisfreien Stadt Ansprechpartner/in.

    Weitere Informationen bekommst du beim Ministerium des Inneren und für Sport. Eine kurze Internetrecherche mit "Leistungen für Bildung und Teilhabe" plus deiner Stadt bzw. deinem Landkreis sollte dir auch beim Finden der zuständigen Stelle weiterhelfen.

  • Saarland

    Im Saarland sind die Landkreise sowie der Regionalverband Saarbrücken die richtigen Ansprechpartner/innen. Die richtige Stelle kannst du beim Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr recherchieren.

  • Sachsen

    Wenn du Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld erhältst, wende dich an dein zuständiges Jobcenter.

    Wenn du Sozialhilfe, Wohngeld oder den Kinderzuschlag beziehst, dann ist dein Landratsamt oder die Stadtverwaltung zuständig. 

    Eine kurze Internetrecherche mit "Leistungen für Bildung und Teilhabe" plus deiner Stadt bzw. deinem Landkreis sollte dir auch beim Finden der zuständigen Stelle weiterhelfen. Weitere Informationen

  • Sachsen-Anhalt

    Die Leistungen für Bildung und Teilhabe sind laut dem Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration in der Regel gesondert beim Jobcenter bzw. der Kommune zu beantragen. Die kommunalen Beratungsstellen, z.B. das Bürgerbüro oder Sozialamt, teilen dir das für deinen Wohnort zuständige Amt auf Anfrage mit. Die Leistungen werden in der Regel durch Gutscheine oder Direktzahlung an den Anbieter erbracht. Über Einzelheiten berät dich der zuständige Leistungsträger vor Ort. Eine kurze Internetrecherche mit "Leistungen für Bildung und Teilhabe" plus deiner Stadt bzw. deinem Landkreis sollte dir auch beim Finden der zuständigen Stelle weiterhelfen.

  • Schleswig-Holstein

    Grundsätzlich ist für die Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets eine Antragstellung erforderlich. Leistungsberechtigte der Grundsicherung für Arbeitsuchende müssen die Leistungen für Bildung und Teilhabe nicht mehr separat beantragen, dies geschieht bereits mit dem Antrag auf die Grundleistung. Lediglich für die Lernförderung ist weiterhin ein separater Antrag zu stellen.

    Die Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepaket ist regional unterschiedlich organisiert. Grundsätzlich gilt jedoch die Zuständigkeit der

    • Jobcenter für Arbeitslosengeld II oder Sozialgeldberechtigte und für Fälle der so genannten „Bedarfsauslösung“,
    • Sozialämter für Sozialhilfeberechtigte,
    • Leistungsbehörden des Asylbewerberleistungsgesetzes und der
    • Wohngeldstellen für Kinderzuschlags- und Wohngeldberechtigte.

    Hier kannst du die Behörde recherchieren, bei der du deinen Antrag stellen kannst.

    Leistungen werden erbracht durch:

    • die „elektronische Bildungskarte“, die in vielen Kreisen bereits die personalisierten Gutscheine ersetzt
    • Direktzahlungen an die leistungserbringenden Stellen, zum Beispiel an die Sportvereine, Schulkantinen
    • Geldleistungen, beispielsweise für das Schulbedarfspaket oder die Schülerbeförderung

    Weitere Informationen

  • Thüringen

    Wenn du Leistungen nach SGB II, Wohngeldgesetz und/ oder Bundeskindergeldgesetz beziehst, dann wende dich an dein zuständiges Jobcenter.

    Beziehst du Leistungen nach SGB XII, dann ist das Sozialamt deines Landkreises bzw. deiner kreisfreien Stadt zuständig.

    Die zuständige Stelle kannst du außerdem über den Zuständigkeitsfinder der Online Verwaltung Thüringen recherchieren. Eine kurze Internetrecherche mit "Leistungen für Bildung und Teilhabe" plus deiner Stadt bzw. deinem Landkreis sollte dir auch beim Finden der zuständigen Stelle weiterhelfen.

Willst du deinen Kolleg/innen über die Leistungen für Bildung und Teilhabe informieren? Dann nutze unsere Grafiken, die du hier herunterladen kannst.

 

Staatliche Familienleistungen: Kita-Gebühren Befreiung

 zwei Kinder spielen mit Ball, Teddy und Bauklötzen

Wenn du den Kinderzuschlag erhältst oder Wohngeld beziehst, kannst du eine Befreiung von den Kita-Gebühren beantragen. Wende dich hierfür mit der jeweiligen Bewilligung bzw. dem jeweiligen Bescheid an dein Jugendamt.

Wenn du Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II, dem SGB XII oder dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) beziehst, dann hast du ebenfalls Anspruch auf Befreiung von Kita-Gebühren. Frage hierfür bei deiner Behörde nach!

 

Alleinerziehende: Unterhaltsvorschuss und mehr

 Mutter schiebt den Einkaufswagen, ein Kind sitzt im Wagen, ein Kind steht hinter der Mutter. Es hat einen Rucksack auf und ein Heft in der Hand.

 

Bei Alleinerziehenden ist das Geld meistens besonders knapp. Wir stellen dir deshalb zentrale Unterstützungsmöglichkeiten vor. Daneben kannst du natürlich auch prüfen, ob du beispielsweise Anspruch auf den Kinderzuschlag oder die Leistungen für Bildung und Teilhabe hast.

 

 

 

  • Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende

    Der Unterhaltsvorschuss hilft, die finanzielle Lebensgrundlage deines Kindes zu sichern, wenn der andere Elternteil nicht oder nur teilweise oder nicht regelmäßig Unterhalt in Höhe des Unterhaltsvorschusses zahlt. Der andere Elternteil muss den Vorschuss später zurückzahlen, wenn er keinen Unterhalt zahlt, obwohl er ganz oder teilweise zahlen könnte.

    Unterhaltsvorschuss wird höchstens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gezahlt. Dein Einkommen als alleinerziehendes Elternteil ist dabei unerheblich.

    In 2020 beträgt der Unterhaltsvorschuss

    • für Kinder von 0 bis 5 Jahren bis zu 165 €
    • für Kinder von 6 bis 11 Jahren bis zu 220 €
    • für Kinder von 12 bis 17 Jahren bis zu 293 €

    Anspruch auf Unterhaltsvorschuss hat ein Kind bis zum 18. Geburtstag, wenn

    • du als Alleinerziehende dauerhaft vom anderen Elternteil getrennt lebst UND
    • dein Kind mindestens zu zwei Dritteln der Zeit inklusive der Ferien im Haushalt betreust UND
    • dein Kind dank des Unterhaltsvorschuss nicht auf SGB II-Leistungen angewiesen ist (nur bei Kindern ab 12 Jahren!) ODER
    • du als Alleinerziehende im SGB-II Bezug ein eigenes Einkommen von mindestens 600 € brutto hast (nur bei Kindern ab 12 Jahren!).

    Den Unterhaltsvorschuss musst du schriftlich beantragen, in der Regel beim zuständigen Jugendamt.

    Unter gewissen Voraussetzungen können Kinder mit ausländischer Staatsbürgerschaft ebenfalls Unterhaltsvorschuss erhalten.

    Weitere Informationen

  • Wohngeld für Alleinerziehende

    Solltest du ein geringes Einkommen und dennoch hohe Mietkosten haben, dann kannst du möglicherweise Wohngeld beziehen. Je nachdem, wie viele Personen in deinem Haushalt leben, kannst du mehr oder weniger Wohngeld erhalten. Die Höhe hängt von folgenden Faktoren ab:

    • Anzahl der Personen, die in deinem Haushalt leben
    • Mietkosten oder bei Eigentum: Kosten für die Eigentumswohnung oder das Haus
    • Gesamteinkommen eures Haushalts

    Kein Wohngeld erhalten Personen, die schon über eine andere Behörde einen Zuschuss zu den Wohnkosten bekommen, z.B. durch den Bezug von Arbeitslosengeld II (Hartz IV), Sozialhilfe oder Übergangsgeld. Auch wenn nur eine Person im Haushalt einen Zuschuss zu den Wohnkosten bekommt, können die anderen kein Wohngeld erhalten. Auch Empfänger/innen von Leistungen durch das Berufsausbildungsförderungsgesetz (BAföG) oder Berufsbildungsgesetz (BBiG) können kein Wohngeld bekommen.

    Ob du einen Anspruch auf Wohngeld hast, kannst du über den Wohngeldrechner prüfen.

    Zur Beantragung wendest du dich am besten an deine zuständige Wohngeldstelle. Formulare und die zuständigen Stellen findest du hier: wohngeld.org

  • Steuerklasse II, Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

    Hast du mindestens ein Kind, das bei dir wohnt und das du ohne Partner/in erziehst, dann steht dir ein spezieller Steuerfreibetrag zu. Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende senkt deine Steuerbelastung.
    Alleinerziehende erhalten für das erste Kind einen Entlastungsbetrag von 1.908 Euro. Für 2020 und 2021 wurde der Betrag auf 4.008 Euro angehoben. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag um jeweils 240 Euro.
    Den Freibetrag gibt es aber nur unter bestimmten Voraussetzungen: Du musst mit mindestens einem Kind zusammenleben, für das Anspruch auf Kindergeld besteht und du darfst in keiner Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljährigen Person leben.

    Solltet ihr das Wechselmodell anwenden, dann kann nur eine Person den Entlastungsbetrag erhalten. Und zwar die Person, die für das Kind das Kindergeld erhält, auch wenn das Kind bei beiden Elternteilen gemeldet ist.

    Weitere Informationen erhältst du bei finanztip.de. Häufig gestellte Fragen zum Entlastungsbetrag beantwortet auch das Bundesfamilienministerium.

     

Weitere Informationen stellt auch der Verband alleinerziehender Mütter und Väter zur Verfügung. Dieser steht dir auch beratend zur Seite, sollten Leistungen durch Behörden abgelehnt werden. Die Kontaktinformationen findest du hier.

 

 

Staatliche Familienleistungen: Kita- und Schulschließungen? Lohnausgleich!

 Schulgebäude

 

Ist die Schule oder die Kita deines Kindes aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen und dir entstehen dadurch Lohnausfälle? Dann steht dir möglicherweise eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz zu. Die Höhe der Entschädigung beträgt 67 Prozent deines monatlichen Nettoeinkommens, wobei maximal 2.016 Euro gezahlt werden. Die Dauer des Entschädigungsanspruchs ist auf zehn Wochen je Elternteil begrenzt. Alleinerziehende haben einen maximalen Anspruch von 20 Wochen. Diese Regelung gilt bis zum 31.03.2021. 

 

  • Wer hat Anspruch auf Lohnausgleich?

    Erwerbstätige Eltern oder Pflegeeltern mit Kindern bis zum 12. Lebensjahr oder Eltern und Pflegeeltern von Kindern mit Behinderungen, die auf Hilfen angewiesen sind, haben unter folgenden Bedingungen Anspruch auf Entschädigung bei Verdienstausfällen:

    • wenn keine anderweitig zumutbare Betreuung möglich ist (z.B. durch den anderen Elternteil oder im Rahmen der Notbetreuung der Einrichtungen, Risikogruppen wie z.B. Großeltern ausgenommen)
    • wenn keine anderweitige Möglichkeit besteht, der Arbeit vorübergehend bezahlt fernzubleiben (z.B. indem Überstunden abgebaut werden oder bereits geplanter Urlaub in Anspruch genommen wird)
    • wenn kein Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen wird
    • wenn die Erwerbstätigkeit nicht im Homeoffice erfolgen kann
  • Wie kann ich den Lohnausgleich beantragen?

    Bei Arbeitnehmer/innen übernehmen die Arbeitgeber/innen die Auszahlung der Entschädigungen. Wende dich hierfür am besten an deine Personalabteilung. Auch dein Betriebs- oder Personalrat kann dich unterstützen.

    Wenn du selbständig bist, kannst du die Entschädigung in den meisten Bundesländer online beantragen. Ansonsten sind die Behörden der Länder zuständig. Das können die Landesgesundheitsbehörden, ihnen nachgeordnete Behörden oder auch andere Stellen sein. Ob dein Bundesland einen Online-Antrag zulässt, kannst du hier recherchieren.

    Der Antrag auf Entschädigung muss innerhalb von 12 Monaten nach Ende der Schließung bzw. Untersagung des Betretens der Schule oder Betreuungseinrichtung gestellt werden. Die Entschädigung kann auch tageweise beantragt und somit über mehrere Monate "gestreckt" werden. Eine stundenweise Beantragung ist dagegen ausgeschlossen.

    Weitere Informationen erhältst du hier.

Staatliche Familienleistungen: Kind krank? Extra Kinderkrankentage in 2020!

Kind liegt mit Fieber im Bett, Vater reicht Medizin.

 

Ist dein Kind krank und muss betreut werden, dann hast du als Arbeitnehmer/in einen Anspruch auf Freistellung von der Arbeit. Zusätzlich dazu hast du einen Anspruch auf Kinderkrankengeld, wenn du gesetzlich versichert bist. 

 

 

 

  • Wer hat Anspruch auf bezahlte Kinderkrankentage?

    Als gesetzlich Versicherte/r hast du Anspruch auf Kinderkrankengeld, wenn

    • du mit Anspruch auf Krankengeld versichert bist, (Diesen Anspruch kannst du bei deiner Krankenkasse erfragen.)
    • ein/e Ärzt/in attestiert, dass du durch die Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege deines erkrankten und gesetzlich versicherten Kindes nicht arbeiten kannst,
    • keine andere in eurem Haushalt lebende Person die Betreuung übernehmen kann und
    • dein Kind unter 12 Jahren alt ist oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist.

    Als privat Versicherte/r hast du einen Anspruch auf unbezahlte Freistellung. Der Versicherungsschutz der privaten Krankenversicherung umfasst in der Regel keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld. Der andere gesetzlich versicherte Elternteil hat in diesem Fall nur einen Anspruch auf höchstens 15 bis 35 Arbeitstage Kinderkrankengeld je Kalenderjahr.

     

     

  • Wie viele Kinderkrankentage stehen mir zu?

    Aufstockung Anzahl bezahlter Kinderkrankentage in 2020


    In 2020 stehen jedem Elternteil für jedes Kind für maximal 15 Arbeitstage Kinderkrankengeld zu. Bist du alleinerziehend, dann verdoppelt sich dein Anspruch auf bis zu 30 Arbeitstage je Kind. Bei mehreren Kindern erhöht der Anspruch auf höchstens 35 Arbeitstage Kinderkrankengeld pro Jahr und Elternteil. Als Alleinerziehende/r hast du dementsprechend einen maximalen Anspruch auf Kinderkrankengeld für 70 Arbeitstage. Sollte dein Arbeitgeber dich teilweise bezahlt freistellen, dann werden diese Tage auf die Dauer des Kinderkrankengeldes angerechnet.

    Ist dein Kind schwerstkrank und hat nur noch wenige Wochen oder Monate zu leben, dann hast du einen zeitlich unbegrenzten Anspruch auf Krankengeld.

  • Wie hoch ist das Kinderkrankengeld und wie erhalte ich es?

    Die Krankenkassen zahlen normalerweise bis zu 90 Prozent deines ausgefallenen Nettogehalts. Unter bestimmten Bedingungen zahlen sie die Ausfälle auch zu 100 Prozent. Das Kinderkrankengeld ist in der Höhe gedeckelt und beträgt in 2020 maximal 109,38 Euro pro ausgefallenem Arbeitstag.

    Erkundige dich zur Höhe und der Beantragung des Kinderkrankengeldes am besten direkt bei deiner Krankenkasse.

     

Staatliche Familienleistungen: Kinderbonus

 ein kleines Kind, das die Arme nach oben ausstreckt, dahinter ein Tieger in einem Käfig, Zooausflug

Der Kinderbonus beträgt 300 Euro für jedes Kind, für das in 2020 Kindergeldanspruch besteht. Der Kinderbonus muss grundsätzlich nicht beantragt werden und wird in der Regel automatisch von der zuständigen Familienkasse ausgezahlt. Nur in seltenen Ausnahmefällen musst du deine Familienkasse kontaktieren, um den Kinderbonus zu erhalten. Für Neugeborene, für die bisher weder Kindergeld noch Kinderbonus festgesetzt und ausgezahlt wurden, genügt der Antrag auf Kindergeld. 

Der Bonus wird nicht auf Sozialleistungen angerechnet.

FAQ zum Kinderbonus des Familienministeriums

 

Eine gute Übersicht über alle familienunterstützenden Leistungen erhältst du auch im Starke-Familien-Checkheft des Bundesfamilienministeriums.

Das Starke-Familien-Checkheft des BMFSFJ: Familienleistungen auf einen Blick (PDF, 4 MB)

Das Checkheft zeigt, welche Leistungen es für Familien, Alleinerziehende etc. gibt.


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